Große Reisen mit kleinem Budget – nah und fern nicht nur auf Schusters Rappen
„Touristen sind Reisende, die ihren Besitz verbrauchen, um sich den Besitz anderer anzusehen.“ Ernst Heimeran (1902-1955, deutscher Schriftsteller und Verleger)
Man könnte sicherlich eine längere Zeit darüber diskutieren, inwiefern das oben angeführte Zitat tatsächlich so allgemeingültig ist, wie es der entschiedene Duktus des Zitatgebers auf den ersten Blick nahelegen mag, unstrittig erscheint aber auf jeden Fall, dass die Menge des jeweiligen persönlichen Besitzes bzw. die Höhe des zur Verfügung stehenden Reisebudgets maßgeblich über Ziel, Dauer, Charakter und individuelle Gestaltung einer Urlaubsreise bestimmt.
Angesichts allgemein gesellschaftlich zunehmend zu beobachtender Entwicklungen in Hinsicht auf eher abnehmende frei verfügbare Zeit- und Geldressourcen für Urlaubsreisen bei einem steigenden Anteil der Bevölkerung, zeichnet sich bereits heute eine sich diversifizierende und polarisierende Aufspaltung Zielgruppen-affiner Reiseangebote ab: Einem schmalen Segment an Besser- und Gutverdienenden, welches sowohl dazu bereit als auch finanziell dazu in der Lage ist, sich Exklusivität und Luxus ggf. sogar mehrfach im Jahr einiges kosten zu lassen, steht ein größer werdender Anteil an Gering- bis Normalverdienern gegenüber, deren Reisebudget relativ begrenzt ist, und bei denen weniger individuelle Reisewünsche als vielmehr pekuniäre Sachzwänge über meist auch unregelmäßige und selten alljährliche Reiseziele und Aufenthaltsdauer entscheiden.
Während es für Schüler, Studenten sowie generell jüngere Menschen, die aufgrund ihrer speziellen Lebenssituation (z.B. in Ausbildung und Lehre) nur wenig Geld für Reisen zur Verfügung haben, bereits seit Jahren ein eingeführtes und auch zahlreich nachgefragtes Reiseangebot gibt (z.B. Pauschalangebote als Busfahrten ans Mittelmeer oder in Skigebiete), erkennen Reiseveranstalter mittlerweile auch zunehmend, dass die bislang vor allem als zahlungskräftige und reisefreudige Kunden wahrgenommene Zielgruppe der Senioren und Rentner bei weitem nicht so homogen und wohlhabend ist, wie dies jahrelang gepredigt wurde, und dass sich somit eine weit gefächertere Ansprache gerade von nicht so „flüssigen“ älteren Menschen kraft großer Anzahl durchaus kommerziell vielversprechend sein kann.
Inwiefern sich also die noch weit verbreitete Einschätzung vieler Reiseexperten bewahrheitet, dass ältere Menschen auch zukünftig vorrangig zu Reisezielen im eigenen Land tendieren, bleibt abzuwarten, denkbar ist aber schon heute, dass sich zukünftige Rentergenerationen aufgrund verbesserter Fremdsprachenkenntnisse und allgemein größerer Mobilität zunehmend auch an weit entfernte Destinationen „herantrauen“, so denn die finanziellen Möglichkeiten dazu individuell gegeben sind.
Für die zweifellos zahlenmäßig größer werdende Mehrheit von Menschen, die auch in Zukunft ihren Urlaub aufgrund von eher überschaubaren Reisebudgets in nicht allzu weit von ihrem Wohnort entfernten Regionen wie zum Beispiel der Ostsee verbringen werden, ist dieses Blog. Wir stellen die beliebtesten Reiseziele im hohen Norden vor.
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